Erstversorgung
Decken   Sie   ein   großes   Tuch,   eine   Jacke   oder   ein   Handtuch   vorsichtig   über   das   Tier.   Achten   Sie   dabei   darauf,   dass   der   Stoff   so   beschaffen ist, damit  der Vogel mit seinen Krallen keine Fäden ziehen kann und sich verheddert. Ist   der   Vogel   abgedeckt,   so   verhält   er   sich   wegen   der   Dunkelheit   ruhig.   Nun   können   Sie   ihn   vorsichtig   hochheben.   Dabei   unbedingt   auf   die Fänge und den Schnabel achten! Der   Transport   findet   am   besten   in   einem   mit   Luftlöchern   versehenen   Karton   statt,   der   etwa   die   doppelte   Größe   des   Tieres   hat.   Den   Karton mit   Zeitung   oder   Küchenpapier   auslegen.   Niemals   Einstreu,   wie   Sägespäne   verwenden,   da   dies   zu   Verunreinigungen   von   vorhandenen Wunden führen kann. Das Tier in Ruhe lassen. Unnötiges Hineinsehen in den Karton verursacht häufig tödlich endenden Stress. Den Vogel auf keinen Fall füttern. Falsches Futter - wie Schweinefleisch oder Katzenfutter – kann tödliche Folgen haben. Den Vogel so schnell wie möglich in die Hände von Fachleuten bringen.
Beispiel: Dieses Bild zeigt einen Steinkauz.
Copyright Günther Gabold
Warum so schnell wie möglich in die Hände von Fachleuten bringen? Die   wenigsten   Finder   eines   verletzten   Greifvogel   haben   Erfahrung   im   Umgang   mit   dieser   Tierart.   Meistens   können   die   Leute   nicht   einmal die   Art   bestimmen.   Oft   versuchen   Menschen,   aus   falsch   verstandener   Tierliebe   zu   helfen.   Ich   habe   für   dieses   Verhalten   zwar   Verständnis, dem   Vogel   aber   wird   aus   Unkenntnis   viel   Leid   zugefügt.   Selbst   wenn   es   dem   Helfer   gelingt,   den   Greifvogel   am   Leben   zu   halten   ist   eine artgerechte Haltung in den meisten Fällen nicht möglich. Ziel   muss   es   sein,   das   Wildtier   so   schnell   wie   möglich   in   seinen   Lebensraum   zu   entlassen.   Dies   ist   bei   Greifvögeln   nur   dann   sinnvoll,   wenn der Vogel jagdfähig ist. Um Jagen zu können, braucht ein geflügelter Beutegreifer ein gutes Gefieder.
Nicht    nur    Greifvögeln    wird    in    der    Station    geholfen!    Wir    kümmern    uns    im    Rahmen    unserer Möglichkeiten um alles, was Federn hat.                                      Der in der Mitte ist vermutlich ein Männchen! :-)
Nicht   nur   Greifvögeln   wird   bei   uns   geholfen!   Auch   ein   aus   dem Nest gefallener Sperling kann fachgerecht aufgezogen werden. 
Um   den   Vogel   nicht   auf   den   Menschen   zu   prägen,   wurde   er   nur   so   lange   von   Hand gefüttert,   bis   Federn   gewachsen   waren.   Anschließend   haben   wir   das   Tier   einem   fütternden Spatzenpaar, das zwei ihrer Jungen durch eine Katze verloren hatte, untergeschoben.
Greifvogelpflegestation Stettfeld
Findelkinder
Dem   Bussard   konnten   wir   helfen.      Nachdem   die   Einzeller   abgetötet   waren, hat er sich schnell erholt und konnte freigelassen werden.             
Alle   Jahre   wieder   werden   im   Frühjahr,   vermeintlich   verlassene   Jungvögel   vor   allem   Waldkäuze   von   wohlmeinenden   Tierfreunden   zu   uns   in die Station gebracht.  In den meisten Fällen ist dies nicht nötig, ja sogar von Nachteil für den Vogel! Junge   Waldkäuze   verlassen   lange   bevor   sie   fliegen   können   ihre   Nisthöhle.   Sie   klettern   in   den   Ästen   des   Nistbaumes herum   und   manchmal   stürzt   so   ein   Vogel   ab.   Selbst   einen   Sturz   aus   größerer   Höhe   übersteht   der   Wicht   meist unbeschadet   und   wird   von   seinen   Eltern   am   Boden   weiter   versorgt.   Obwohl   das   Käuzchen   noch   lange   nicht   fliegen kann, besitzt es die Fähigkeit mithilfe seines Schnabels und der Krallen sich selbst in Sicherheit zu bringen.        Wenn   Sie   so   ein   Jungtier   finden,   belassen   Sie   das   Tier   an   Ort   und   Stelle   halten   Sie   Gefahren   (Hund,   andere Menschen, vor allem Kinder usw.) von dem Käuzchen fern. Verstecken   Sie   sich   so   weit   entfernt   wie   möglich   und   beobachten   Sie   den   Jungvogel   mindestens   eine   Stunde   lang, besser   zwei   Stunden.   Ruft   er   laut,   so   wird   nach   einiger   Zeit   ein   Elternteil   mit   Futter   herbeieilen.   Dann   können   Sie sicher sein, dass der kleine Vogel keineswegs verlassen worden ist und somit keine menschliche Hilfe benötigt. Wenn   sich   der   Jungvogel   allerdings   in   einem   Gefahrenbereich   befindet   (Straße,   Ortschaft).   Ist   es   angesagt,   den   Vogel aus   diesem   Bereich   zu   entfernen,   um   ihn   an   einem   sicheren   Ort   in   der   Nähe   auszusetzen.   Ein   einigermaßen   sicherer Ort währe ein größerer Busch, der aber nicht weiter als 100 Meter vom Fundort entfernt sein sollte.     Die   Eltern   werden   den   Nachwuchs   nach   dem   sie   ihn   gefunden   haben   weiterhin   versorgen,   denn   es   spielt   keine   Rolle, ob er von Menschen berührt wurde oder nicht. Fazit: Nehmen Sie einen Vogel erst mit, wenn Sie sicher sind, dass das Tier wirklich Hilfe benötigt. Zum besseren Verständnis. Es   ist   für   uns   zwar   zeitaufwendig   aber   kein   großes   Problem   einen   Waldkauz   von   Hand   großzuziehen.   Der   Jungvogel   wächst   geschützt   und   mit bestem   Futter   versorgt   schnell   heran.   Dennoch   hat   die   Handaufzucht   einen   riesigen   Nachteil.   Eine   Fehlprägung   also   Prägung   auf   den Menschen   lässt   sich   kaum   vermeiden.   So   verliert   der   Vogel   die   natürliche   Scheu   vor   dem   Menschen,   was   später   in   der   Wildbahn   meist   zur tödlichen   Falle   wird.   Auch   muss   der   Jungvogel   das   Jagen   lernen.   Hier   kommen   wir   Menschen   deutlich   an   unsere   Grenzen   denn   vorfliegen   wie es   die   Altvögel   können   geh   bei   uns   nicht!   Heute   gibt   es   Methoden,   die   den   Erfolg   der   Auswilderung   bei   Jungvögeln   erhöht   haben.   Dennoch werden alle menschlichen Bemühungen niemals so erfolgreich sein wie die Natur selbst. Liebe Tierfreunde, Lasst   die   Tiere,   wo   sie   hingehören.   Im   Zweifelsfall   steht   ihnen   die   Station   mit   Rat   und   Tat   zu   Seite,   und   zwar   an   jedem   Tag   im   Jahr   auch   an Sonn- und Feiertagen. Das Team der Greifvogelpflegestation Stettfeld.   
Dieser      Uhu      hatte      eine      offene      Schwingenfraktur      und      schwere Kopfverletzungen.    Durch    längeres    liegen    auf    dem    Boden,    hatte    er    einen extremen   Parasiten   Befall   (Fliegenmaden,   Lausfliegen,   Federlinge   und   noch einige andere). Der Vogel musste eingeschläfert werden. Bemerkung:   Wenn   so   ein   Vogel   egal   welcher   Art,   zu   uns   kommt   und   wir   auf Grund   unserer   Erfahrung   sehr   schnell   erkennen   was   zu   tun   ist,   schlägt   die Stimmung   schlagartig   um!   Der   einzige   Drost   ist   führ   uns   die   Tatsache,   das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Im    übrigen    die    Entscheidung    wann    ein    Lebewesen    eingeschläfert    wird, geschied     im     Einvernehmen     mit     einer     Tierärztin,     die     unsere     Anlage unentgeltlich betreut.          
Mäusebussard,   der   an   den   Füssen   gefesselt   und   an   einen Pfahl   gebunden   auf   einer   Wiese   gefunden   wurde.   Der Vogel      war      stark      abgemagert      und      konnte      nach entsprechender Pflege ausgewildert werden.
Verletzungen von eingelieferten Vögeln.
Die unschöne Seite unserer Arbeit!
Mäusebussard     mit     missgebildeten     Füßen.     Ursache     der     Missbildung unbekannt. Der Vogel kann nicht mehr ausgewildert werden.
Habicht   mit   abgestorbenen   Fuß.   Das   Tier   hatte   ein   Stück   Draht   um   das   Bein gewickelt?   Der   Fuß   musste   amputiert   werden,   auch   dieser   Vogel   konnte   nicht ausgewildert werden und muss in menschlicher Obhut bleiben.
Sperber   mit   gebrochenem   Bein.   Die   Bruchstelle   wurde geschient.   Der   Bruch   ist   gut   verheilt,   sodass   der   Vogel wieder in die Natur endlassen werden konnte.
Junger Turmfalke mit Stromverletzungen. Die Wunden waren mit Fliegenmaden verseucht. Durch den Stromstoß waren auch innere Organe beschädigt. Dieser Vogel musste eingeschläfert werden.
Ein   weiterer   Uhu,   ebenfalls   ein   Straßenverkehrsopfer.   Die   stark   erweiterte Pupille   weist   auf   einen   harten   Schlag   auf   den   Kopf   hin.   Zum   anderen   zeigten sich   bei   dem   Tier   Lähmungserscheinungen   so   dass   der   Vogel   nicht   überleben konnte.     
Alle Tiere die zu uns kommen werden sofort untersucht. Dies ist für einen Wildvogel sicherlich nicht angenehm aber notwendig, um nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen treffen zu können.  
Die Bilder zeigen einen Rotmilan bei der „ersten Durchsicht“.    
Mäusebussard mit extremen Trichomonaden Befall (gelber Knopf).                  
Josef beim füttern einer jungen Waldohreule